Den Hitlergruß in der Schule zu verweigern, da von keinem Menschen und schon gar nicht von einem Diktator und Massenmörder ein Heil ausgehen könne, das war das „Vergehen“ der kleinen Hermine Liska, einem 1930 in Kärnten geborenen Bauernmädchen. Es folgten Einweisungen in Anstalten zur Umerziehung, doch Hermine, deren religiöser Hintergrund die „Bibelforscher“ waren, blieb standhaft. Sie nahm als junges Mädchen Diskriminierung und Bürden auf sich und widerstand den Verlockungen des NS-Systems.
Am 13 April kam Frau Liska als Zeitzeugin in die 4b-Klasse und erzählte ihre Geschichte aus jener menschenverachtenden Zeit des Nationalsozialismus. Ihre sanftmütige Erzählung und die einführenden Worte von Frau Esther Dürnberger hinterließen Betroffenheit und Achtung. Das Menschenrecht Religionsfreiheit und die Grausamkeit der Nazi-Diktatur blieben nicht länger abstrakte Begriffe.
Schülereinträge ins Gästebuch
- „Ich finde es einfach beeindruckend, wie Frau Liska schon in jungen Jahren ihre eigene Meinung vertreten hat und sich auch nicht davon abbringen ließ, auch wenn sie wusste, was mit ihr hätte passieren können.“
- „Es ist einfach bewundernswert zu hören, wie ein 11jähriges Mädchen sich alleine gegen die Mehrheit stellt und auch standhält. Ich hätte es sicher nicht geschafft, denn bevor ich in ein Umerziehungslager gegangen wäre ….“ (Christina)
- „Ich bewundere Frau Liska wirklich, wie man mit so einem jungen Alter so „stark“ sein kann, vor allem in so einer schweren Zeit und dann auch noch von der Familie getrennt.“
- „Ich bin sehr dankbar, dass ich die Geschichte von Frau Liska hören durfte. Es ist lustig, ihr zuzuhören, denn sie steckt voll Lebensfreude, doch ihre Vergangenheit wird sie nie loslassen können.“ (Michaela)
- „ … , dass ich mit diesem Alter wahrscheinlich nicht die Fehler im System erkannt hätte und es ist fraglich, ob auch ich Widerstand geleistet hätte.“ (Lisa)
- „Sie war eine der Mutigen, die sich gegen Hitler stellten. Diese Frau bekommt von mir allen Respekt.“ (Oliver)
Die Opfergruppe der Zeugen Jehovas wurde auch in der II. Republik erst sehr spät beachtet. Der Verein „Lila Winkel“ leistet seit Jahren wichtige Aufklärungsarbeit.
Prof. Mag. Günter Hofbauer