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Stanzl Hubert |
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Werdegang
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Hubert Stanzl wurde am 19. Oktober 1903 in Znaim geboren. Er erlernte den Beruf eines Schmieds bzw. Schlossers und arbeitete zuerst in Erlaufboden (Annaberg). Er übersiedelte später nach St. Pölten und lernte dort einen Zeugen Jehovas kennen, worauf er sich ebenfalls bald zu der Internationalen Bibelforschervereinigung – wie Jehovas Zeugen damals genannt wurden – bekannte. Er war laut seiner Frau Dorothea (geb. 1912) damals Mitte 20. |
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![]() Hubert Stanzl |
1. Verhaftung
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Hubert Stanzl war als geschickter Schmied und Schlosser sehr gefragt und er arbeitete in der Fabrik Oser (Ringstraße). Sein ehemaliger Meister hat ihn später als einen sehr verläßlichen und geschickten Arbeiter bezeichnet. Eines Tages wurde er aufgefordert, in St. Valentin in einer Waffenfabrik zu arbeiten. Man hätte ihn sehr benötigt - er lehnte jedoch aufgrund seiner religiösen Überzeugung ab. Kurz darauf weigerte er auch, an einer Wahl teilzunehmen. Er leistete den Hitlergruß nicht und hat seine Kinder ebenfalls dazu angehalten nicht so zu grüßen. Dem Kremser Nazi Leo Pilz war dieses Verhalten ein Dorn im Auge und er veranlaßte die Verhaftung von Hubert Stanzl. Auch der Bäcker Hammerer trug viel zur Verhaftung bei. Dann an einem Freitag war es schließlich soweit. Hubert wurde am 8. November 1939 im Beisein seiner zwei Kinder zu Hause verhaftet. Die Kinder weinten sehr doch Hubert Stanzl sagte nur: „Weint nicht, ich komme bald wieder." Er wurde zunächst nach St. Pölten überstellt, daraufhin in Wien verhört und schließlich weiter nach Berlin Moabit überstellt. Das Reichskriegsgericht in Berlin spach ihn jedoch in Ermangelung von stichhaltigen Beweisen frei. |
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![]() Todesbestätigung |
2. Verhaftung und Tod
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Hubert Stanzl kam daraufhin über die Tschechei wieder zurück nach Krems und begann in der Krems Chemie (damals Ruttermann?) zu arbeiten. Nach ca. 4 Wochen wurde er an seinem Arbeitsplatz von der Gestapo verhaftet, weil er seinem Einberufungsbefehl nicht nachgekommen war. Er hatte aber diesen Befehl gar nicht erhalten, da er irrtümlich nach Wegscheid im Waldviertel geschickt wurde, statt nach Krems, Wegscheid 2. Er wäre dem Einberufungsbefehl jedoch auch bei zeitgerechter Zustellung nicht nachgekommen, da er als Zeuge Jehovas den Kriegsdienst ablehnte. Nach der Verhaftung und einigen Verhören wurde er schließlich vom Reichskriegsgericht wegen Zersetzung der Wehrkraft verurteilt und am 8. Dezember 1940 ins KZ Dachau eingeliefert. Von dort wurde er dann am 23. Jänner 1941 in das KZ Neuengamme überstellt. Alle 14 Tage schrieb er einen Brief an seine Frau, wobei er viele Informationen „durch die Blume“ übermittelte. Aufgrund seiner Kenntnisse arbeitete er in der Schiffswerft. Er war immer überzeugt wieder einmal nach Hause zu kommen. |
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Interessante Links
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Gedenkstätte Neuengamme |
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